Schulsystem BW

Das Schulsystem in Baden-Württemberg

Übergang Grundschule zur weiterführenden Schule

Im letzten Grundschuljahr steht für die Kinder, Eltern und Lehrkräfte eine wichtige Entscheidung bevor – der Übergang in eine weiterführende Schule. Diese Entscheidung ist nicht einfach, denn das Kind als Persönlichkeit in seiner Entwicklung, seinen Begabungen, seinen Leistungen und Potenzialen soll dabei berücksichtigt werden.
Bei der Grundschulempfehlung geht es darum, jedem Kind für die nächste Zeit die Schulart zu empfehlen, die ihm die optimale Förderung geben kann, die Förderung, die seinem derzeitigen Entwicklungs- und Begabungsstand entspricht und weder über- noch unterfordert.

7. Dezember 2011  Schulgesetzänderung
• Eltern entscheiden in eigener Verantwortung, welche weiterführende Schulart ihr Kind nach der Grundschule besuchen soll.
• In der Grundschulempfehlung kommt die Einschätzung der Schule für einen geeigneten schulischen Anschluss nach der Grundschule zum Ausdruck.

  • Empfehlung für ….
    Werkrealschule und Hauptschule
    Zentrale Abschlussprüfung am Ende der 9. Jahrgangsstufe (Hauptschulabschlussprüfung)
    Freiwilliges 10. Schulbesuchsjahr für besonders befähigte Schüler in der Werkrealschule führt zum mittleren Schulabschluss

Die Werkrealschule vermittelt eine grundlegende und erweiterte allgemeine Bildung und orientiert sich an lebensnahen Sachverhalten und Aufgabenstellungen. In besonderem Maße fördert sie praktische Begabungen, Neigungen und Leistungen auf der Basis von theoriegestütztem Hintergrund. Ein stark berufsbezogenes Profil und eine intensive individuelle Förderung in allen Klassenstufen ermöglichen jeder Schülerin und jedem Schüler einen optimalen Einstieg in eine sich anschließende schulische oder berufsbezogene Laufbahn.

  •  Realschule

• Förderung/Bildung durch besonderen Realitätsbezug
• Vermittlung grundlegender Kompetenzen, die den jungen Menschen die Orientierung in der gegenwärtigen und zukünftigen Welt ermögliche

Kernfächer sind Deutsch, Mathematik, Pflichtfremdsprache sowie NWA (naturwissenschaftliches Arbeiten)

Ab der Jahrgangsstufe 7 gibt es drei Ausbildungsrichtungen:

  • Technik
  • Mensch
  • Umwelt
  • zweite Fremdsprache

Zentrale Abschlussprüfung, Realschulabschluss/Mittlere Reife

  • Besuch einer, auf die Realschule aufbauende (berufliche), Schulart zum Erwerb der Fachhochschulreife oder allgemeinen Hochschulreife
    • eine Berufsausbildung in Handwerk, Industrie, Handel oder Verwaltung
  • Gymnasium
    Auf direktem Weg zum Abitur

seit Schuljahr 2004/05 Einführung des G8

Ausbildungsrichtungen

  • naturwissenschaftliches Profil
  • sprachliches Profil
  • musisch-künstlerisches Profil
  • sportliches Profil

Zentral gestellte Abiturprüfungsaufgaben / Abitur / Hochschulreife

 

Übertritt in Realschule/Gymnasium innerhalb der Schuljahre

von? nach? wann? wie? Achtung!
HS Kl. 5/6 RS Kl. 6/7 Ende Schulj. Antrag, evtl. Aufnahmeprüfung spätester Termin für Antrag: Pfingstferien
Noten: 2x gut/1x befr.
Ø 3,0
HS Kl. 7/8 RS Kl. 7/8 Halbjahr Antrag, evtl. Prüfung Noten: 2x gut/1x befr.
Ø 3,0
HS Kl. 7/9 RS 7/9 Ende Schulj. Antrag, evtl. Prüfung Noten: D/Ma/Pflichtfremdsprache: gut
Ø 3,0
RS Kl. 6 G Kl.6 Halbjahr Antrag, evtl. Prüfung spätester Termin für Antrag:
Pfingstferien
Noten:
D/Ma/Pflichtfremdsprache: befr.
Ø 3,0
RS Kl. 5/6 G Kl. 5/6 Ende Schulj. Antrag, evtl. Prüfung Noten:
D/Ma/Pflichtfremdsprache: befr.
Ø 3,0
RS Kl. 7-10 G Kl.8-11 Ende Schulj. Antrag, evtl. Prüfung Noten: 2x gut/1x befr.
Pflichtfremdsprache!
Ø 3,0

Weitere Wege zum mittleren Schulabschluss

zweijährige Berufsfachschule / Fachschulreife (= mittlerer Bildungsabschluss)

Voraussetzung:

  • Qualifizierter HS-Abschluss oder Versetzungszeugnis nach Kl. 10 an Realschule oder Gymnasium

Berufliche Felder als Schwerpunkte:

  • gewerblich-technisch
  • kaufmännisch

Danach:

  • Möglichkeit zur Ausbildung am Berufskolleg (Fachhochschulreife) oder:
  • Einstieg ins berufliche Gymnasium oder:
  • Berufausbildung bzw. Berufstätigkeit

Berufsaufbauschule (einjährig)

Voraussetzungen:
Hauptschulabschluss, Berufsschulabschluss und abgeschlossene Berufsausbildung oder mehrjährige berufliche Tätigkeit

Das Berufskolleg

Voraussetzungen:
mittlerer Bildungsabschluss, z.T. auch Praktikum

Ziel:
Vermittlung einer beruflichen Ausbildung und einer erweiterten allgemeinen Bildung für Tätigkeiten neuer techn. und wirtschaftlichen Entwicklungen

Dauer:
1- bis 3-jährig, z.T. aufeinander aufbauend

Unterschiedliche berufliche Bereiche:

  • medientechnischer Bereich
  • technischer Assistenten-Bereich
  • gestalterisch/künstlerischer Bereich
  • technischer Bereich /Industrie und Handwerk
  • Bereich Wirtschaft und Verwaltung
  • Bereich Informatik
  • Hauswirtschaftlicher Bereich
  • Sozialpädagogischer Bereich

Abschluss:
bestandene Abschlussprüfung berechtigt Absolventen der mindestens 2-jährigen Form zur Führung d. Berufsbezeichnung: staatlich geprüfter Assistent (leistungsfähige Schüler / Zusatzunterricht und Zusatzprüfung / FHSR)

1-jähriges Berufskolleg zum Erwerb der FHSR

Voraussetzung:
mittlerer Bildungsabschluss und abgeschlossene mindestens 2-jährige Berufsausbildung oder gleichwertige Berufstätigkeit

Abschluss:
Fachhochschulreife (FHSR) am Berufskolleg (vgl. oben)

Berufsschule mit Zusatzqualifikation Fachhochschulreife

2-jährige Fachschule nach Berufstätigkeit

Schulischer Teil der FHSR:
nach Abschluss 2. Halbjahr der ersten Jahrgangsstufe des Kurssystems am Gymnasium bei Erreichen bestimmter Mindestleistungen, aber ohne Prüfungen

Berufsbezogener Teil der FHSR:
muss durch mindestens 2-jährige Berufsausbildung (auch BFS) nachgewiesen werden; möglich auch am beruflichen Gymnasium

Das berufliche Gymnasium

  • berufsbezogener Fächerkanon
  • verschiedene Ausbildungsrichtungen ( biotechnologisch, wirtschaftlich)
  • gliedert sich in Eingangsklasse, Jahrgangsstufen 1 und 2, gesamt drei Jahre

Abschlüsse:
allgemeine Hochschulreife (mit zwei Fremdsprachen) / Abitur

schulischer Teil der FHSR unter bestimmten Voraussetzungen nach Jahrgangsstufe 1

Voraussetzungen:

  • Mittlerer Bildungsabschluss, nachgewiesen durch RS-Abschluss oder 2-jährige Berufsfachschule oder Abschluss Werkrealschule oder Berufsaufbauschule
  • Notendurchschnitt aus Deutsch, Mathematik und Englisch mindestens 3,0
  • keine Note schlechter als „ausreichend“

Besonderheiten:

  • für Gymnasiasten (G9) Vorrückungserlaubnis in Jgst. 11
  • für Gymnasiasten (G8) Vorrückungserlaubnis in Jgst. 10

 

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